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Speicherpreise explodieren: Was der RAM- und SSD-Engpass für Sie bedeutet

Nahaufnahme von RAM-Speicherriegeln neben einer Festplatte als Symbolbild für steigende Speicherpreise
Foto: VIA Gallery from Hsintien, Taiwan · CC BY 2.0 (Symbolbild)

RAM, SSDs und Festplatten sind gerade so teuer wie lange nicht. Der Grund: Die großen KI-Rechenzentren saugen den Speichermarkt leer, und private wie geschäftliche Kunden zahlen die Zeche mit. Wer aktuell einen neuen PC plant oder ein Upgrade braucht, sollte das wissen, bevor er bestellt.

Warum wird Speicher gerade so knapp?

Der Auslöser sitzt nicht im Elektronikmarkt, sondern in den Rechenzentren der KI-Konzerne. Grafikkarten für KI-Training brauchen riesige Mengen High Bandwidth Memory (HBM) – Nvidias kommende Rubin-Chips etwa 288 GB pro Karte, AMDs MI450 sogar 432 GB. Die Produktion dafür bindet Fertigungskapazitäten, die sonst für normalen Arbeitsspeicher genutzt würden.

Das Besondere an dieser Krise: Erstmals sind DDR4, DDR5, NAND-Flash und Festplatten gleichzeitig knapp. Adata-Chef Simon Chen, seit 30 Jahren in der Branche, sagt, so etwas habe er noch nie erlebt. Die Lagerbestände der Hersteller reichen teils nur noch für Wochen statt Monate. Western Digital und Seagate melden ihr HDD-Kontingent für dieses Jahr bereits als ausverkauft, Lieferzeiten bei großen Festplatten liegen bei bis zu einem Jahr.

Wie stark die Preise schon gestiegen sind

ComputerBase vergleicht seit September 2025 monatlich die Preise der zwölf beliebtesten Produkte je Kategorie. Das Ergebnis:

Speichertyp Preisentwicklung seit September 2025
RAM (DRAM) über 250 % teurer (Stand Dezember 2025), seither weiter gestiegen
SSD mehr als doppelt so teuer (Stand April 2026)
HDD Lieferzeiten bis zu 12 Monate, Preise steigen kontinuierlich

Eine leichte Entspannung bei RAM im Februar 2026 war nur eine kurze Verschnaufpause. Laut Analysten wird der Höhepunkt erst 2027 erwartet, ein spürbarer Rückgang frühestens 2028 – und nur, wenn die Nachfrage der KI-Branche nachlässt.

Was Sie jetzt tun können

  • Nicht in Panik kaufen, aber wenn ohnehin ein Upgrade ansteht: eher früher als später zuschlagen, solange die Kurve noch nicht ihren Zenit erreicht hat.
  • Vorsicht bei ungewöhnlich günstigen Angeboten unbekannter Kleinhändler bei eBay & Co. – ComputerBase beobachtet zunehmend Scalper, die sich eingedeckt haben, um von der Krise zu profitieren.
  • Bestehende Hardware länger nutzen statt vorschnell aufzurüsten, wenn es nicht dringend nötig ist.
  • Bei Neuanschaffungen die Preisentwicklung im Detail bei ComputerBase im Blick behalten, dort wird monatlich aktualisiert.

Meine Einschätzung

Wer hätte das schon ahnen können?! Ganz ehrlich: Dass ein derartiger KI-Hype irgendwann auf die Preise für ganz normale Hardware durchschlägt, war absehbar – nur eben nicht in diesem Ausmaß und nicht bei allen Speichertypen gleichzeitig. Für mich als jemanden, der ständig Rechner zusammenstellt oder aufrüstet, ist das gerade richtig unangenehm. Ich rate meinen Kunden aktuell: Wer ein Projekt ohnehin plant, sollte nicht ewig warten und auf bessere Preise hoffen. Die kommen laut Prognose frühestens 2028. Bis dahin heißt es einfach, mit den höheren Preisen zu leben – oder eben mit der vorhandenen Hardware noch etwas länger auszukommen.

Quelle der Meldung: ComputerBase

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