E-Scooter im Rhein: Warum Freiwillige die Arbeit der Verleihfirmen machen
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Am Kölner Altstadtufer haben Freiwillige des Vereins K.R.A.K.E. an einem Samstag 18 E-Scooter, 12 Fahrräder und mehrere Handys aus dem Rhein gezogen. Möglich wurde das durch das aktuelle Niedrigwasser, bei dem die versunkenen Fahrzeuge gut sichtbar sind. Rund 30 Scooter hatte man vorher am Ufer entdeckt – die übrigen liegen zu ungünstig zwischen Schiffsanlegern, um sie zu bergen.
Eine gefährliche Aufgabe für Ehrenamtliche
Christian Stock von K.R.A.K.E. sichert sich mit zwei Seilen, bevor er in den Fluss steigt. Auch bei Niedrigwasser ist die Strömung im Rhein tückisch – ohne Sicherung wäre der Einsatz lebensgefährlich. Stock macht das nicht zum ersten Mal: Nach eigenen Angaben hat er in den vergangenen fünf Jahren rund 260 E-Scooter aus dem Rhein geholt, Tendenz steigend. Bei dieser Aktion halfen sogar zufällig vorbeikommende Kölnbesucher aus Essen mit an.
Verleihfirmen bleiben fern
Eigentlich wäre es Aufgabe der Verleihfirmen, ihre eigenen Fahrzeuge aus dem Wasser zu holen. Stock hatte im Vorfeld mehrere Anbieter kontaktiert. Drei sagten Unterstützung zu – am Tag der Aktion tauchte aber niemand von den Firmen auf. Die Bergung blieb komplett den Ehrenamtlichen und ein paar spontanen Helfern überlassen.
Abstellverbot ohne Wirkung
Die Stadt Köln hatte am Rheinufer ein Abstellverbot für E-Scooter erlassen, um genau solche Fälle zu verhindern. Nach den aktuellen Funden zu urteilen, hat das kaum etwas gebracht: Die Scooter landen weiterhin im Fluss, sei es durch Vandalismus, Unfälle oder einfach durch schlechtes Abstellen in Ufernähe.
| Aufgabe | Wer ist eigentlich zuständig | Wer macht es tatsächlich |
|---|---|---|
| Bergung aus dem Rhein | Verleihfirmen | Ehrenamtlicher Verein K.R.A.K.E. |
| Verhindern von Fehlabstellungen | Stadt Köln (Verbot) | greift bisher kaum |
| Absicherung beim Tauchen | – | Freiwillige mit eigener Ausrüstung |
Meine Einschätzung
Ich finde: Das ist doch mal eine richtig coole Aktion. Leute, die an einem Samstag freiwillig ins kalte Rheinwasser steigen, sich anseilen und dann literweise vollgelaufene E-Scooter und sogar Fahrräder ans Ufer wuchten – das verdient Respekt. Und dass spontan Touristen aus Essen mit anpacken, zeigt, dass so eine Aktion Leute mitreißt, wenn man sie einfach machen lässt.
Gleichzeitig ärgert es mich, dass die Verleihfirmen sich zwar am Telefon kooperativ zeigen, dann aber nicht auftauchen. Die Technik gehört ihnen, der Aufwand für die Reinigung des Rheins bleibt an Ehrenamtlichen hängen. Ein Abstellverbot allein reicht offenbar nicht – ohne echte Kontrolle und ohne dass die Anbieter selbst Verantwortung übernehmen, wird sich daran wenig ändern.
Quelle der Meldung: WDR Rheinland
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