22 Badetote in NRW im Juni – warum die Zahl um 80 % gestiegen ist
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22 Menschen sind im Juni allein in NRW beim Baden ums Leben gekommen. Das sind über 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schlägt Alarm – und ich finde, das Thema verdient mehr als eine Randnotiz.
Die Zahlen im Vergleich
Bundesweit zählte die DLRG im Juni mindestens 99 Badetote. So viele waren es seit über 20 Jahren nicht mehr – zuletzt im Hitzesommer 2003.
| Juni 2025 | Juni 2026 | |
|---|---|---|
| Badetote in NRW | 12 | 22 |
| Badetote bundesweit | deutlich weniger | mind. 99 |
Besonders betroffen: junge Männer. Über 90 Prozent der bundesweiten Opfer waren männlich, 40 von ihnen unter 30 Jahre alt. Die DLRG nennt als Gründe Leichtsinn, Überschätzung der eigenen Schwimmfähigkeit, Alkohol und die Unterschätzung von Strömung und Kälteschock. Kommt dazu: Seit den Badeverboten am Rhein weichen viele auf ungesicherte Seen und Kanäle aus – dort steigen die Zahlen jetzt entsprechend.
Was Sie konkret tun können
Ein paar einfache Regeln, die laut DLRG und BSI tatsächlich Leben retten:
- Nie allein in unbekannten Gewässern schwimmen, erst recht nicht nach Alkohol.
- Wassertemperatur prüfen – der Kälteschock ist bei Flüssen und tiefen Seen oft die eigentliche Gefahr, nicht die Strömung selbst.
- Einstiegsstellen meiden, die nicht offiziell freigegeben sind – gerade am Rhein wegen Sog durch Frachtschiffe.
- Kinder nie unbeaufsichtigt lassen, auch nicht für zwei Minuten.
- Bei Hitzewarnung die Warn-App (z. B. NINA) aktiv nutzen statt nur die Push-Meldung wegzuwischen.
Wenn Sie ohnehin ein Smartphone oder eine Smartwatch nutzen: Viele Geräte bieten heute Sturz- und Notfallerkennung, Standort-Freigabe für Angehörige oder automatische Wetterwarnungen. Das ersetzt keine Vorsicht, aber es kann im Ernstfall Minuten sparen – und die zählen bei einem Ertrinkungsunfall.
Meine Einschätzung
Achtet auf euch bei dieser Hitze. Das ist keine Laune der Natur, das ist von Menschen gemacht, und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Die Wissenschaft warnt davor nicht erst seit gestern – seit Jahrzehnten liegen die Daten auf dem Tisch, nur wollten viele lange nicht hinschauen. Jetzt merken wir es an Zahlen wie diesen: 22 Tote allein im Juni, in einem einzigen Bundesland. Das sind keine abstrakten Statistiken, das sind Familien, die einen Sommer nicht vergessen werden.
Ich kann das Klima nicht reparieren. Aber ich sehe oft, wie wenig Menschen ihre eigenen Geräte nutzen, um sich und ihre Familie im Alltag besser abzusichern – Standortfreigabe, Notfallkontakte, Wetterwarnungen richtig eingerichtet. Ein warmer Abend am Rhein ist schöner, wenn zuhause jemand weiß, wo man schwimmen gegangen ist.
Quelle der Meldung: WDR Rheinland
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